
Ich bin Stephan Brunker, und ich bin ein typischer INTJ. Nur wusste ich das bis zu meinem 40. Lebensjahr noch nicht. Ich bin durch Zufall auf komische Vier-Buchstaben-Kombinationen gestoßen und habe die in Google eingegeben. Dann kam ein Test und meine Reaktion war genau, was Myers-Briggs geschrieben haben:
Welche Erleichterung, herauszufinden, dass es in Ordnung ist, wie ich bin!
Ich war also doch kein Alien, das versehentlich auf der Erde falsch abgeliefert wurde. Die meisten meiner Eigenschaften, die mich von den Menschen meiner Umgebung unterschieden, waren für einen INTJ … normal. Im Laufe der Zeit habe ich mich intensiver mit der Persönlichkeitspsychologie beschäftigt. Ich habe Jungs Funktionen kennengelernt und die Subtypen. Irgendwann entstand die Idee, ein Buch zu schreiben. Ursprünglich wollte ich erklären, warum der MBTI meiner Erfahrung nach oft missverstanden wird, dass die Typen unsere Welt größer machen und uns nicht in Schubladen stecken. Doch je tiefer ich mich mit Persönlichkeitspsychologie beschäftigte, desto deutlicher wurde, dass die eigentliche Geschichte viel größer war – weil ich genauso wie Isabel Myers-Briggs zu der Erkenntnis gekommen bin, dass gegenseitiges Verständnis unsere Welt verbessern würde.
Ich begann, mich ernsthaft mit der Materie zu beschäftigen, und lernte über die Entwicklung, die Motivation, wie sich Gruppen und ganze Kulturen bilden. Woher die Kritik gegen Persönlichkeitsmodelle kommt. Das Buch wuchs immer weiter, bis ich es teilen musste. Teil eins ist jetzt fertig und jetzt kommt der Test: Ist es ein Thema, das die Menschen interessiert? Kann ich anderen helfen, sich selbst und andere besser zu verstehen?
In das Buch ist viel aus meiner eigenen Lebensgeschichte eingeflossen. Wenn man die Welt anders wahrnimmt als viele Menschen, lieber eigenständig denkt und selten den einfachen Weg wählt, entstehen zwangsläufig Missverständnisse. Unsere Gesellschaft wird von vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten geprägt. Manche richten ihren Blick vor allem auf das Hier und Jetzt und stützen sich gegenseitig, andere beschäftigen sich stärker mit langfristigen Entwicklungen und sind autonom. Beides hat seinen Platz – und genau diese Unterschiede haben mich fasziniert.
Meine Interessen waren schon immer ungewöhnlich vielfältig. Unternehmer, freier Mitarbeiter einer Zeitung, Fotograf, Organist, Komponist, Gamer, Modellbauer oder Mitarbeit an einem Open-Source-Projekt – rückblickend zieht sich durch all diese Stationen dieselbe Frage: Wie funktionieren Menschen und Systeme und warum entsteht Reibung zwischen ihnen? Dieses Wissen hat eine Türe zu einer Welt aufgestoßen, in der die Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten geboren werden. Wir haben alle Stärken und Schwächen, weil wir uns gegenseitig helfen können. Wir müssen uns und unsere Mitmenschen dafür nur richtig erkennen.
Mein Weg war immer anders als „normal“ – es ist einfach nur ein anderes „normal“.

